Werbemarken
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Werbe-Marken

(auch Poster Stamps genannt)
Wenn ich gefragt werde, habe ich so meine Schwierigkeiten bei der Definition dieser und ähnlicher Marken, denn es gibt kaum eine Erklärung in irgendeinem Wörterbuch dafür.Die Bezeichnung entsteht aus dem Gebrauch  und die Verwendung wechselt mit dem jeweiligen Nutzer. Für den einen Sammler heißt es „Ausstellungsmarke“ („Poster Stamp“) und der andere bezeichnet es mit „Vignetten“ („Cinderella“), einem Begriff, welcher (fälschlicherweise) alle Marken bezeichnet, die aussehen wie eine Briefmarke, aber keine solche sind.
 

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Der Hauptzweck dieser Marken war die Werbung für Produkte oder Ereignisse, die Förderung von politischen Ereignissen oder besonderen Werkstätten oder Fabriken, Förderung des Tourismus usw. Sie wurden auf Briefumschläge und Rechnungen geklebt;- sie wurden als Beigabe zu Produkten abgegeben und sie wurden gesammelt, um später einmal einen erhöhten Preis zu erzielen. Die größten Unternehmen, wie beispielsweise Chocolate Tobler oder Nestlé waren in der Lage ihre eigenen Sammelalben herauszugeben. Andere wiederum verpflichteten Künstler und Designer, um eigene Marken ausschließlich für sie zu gestalten. Kleinere Firmen konnten unter Tausenden von fertigen Designs wählen und brauchten lediglich noch ihr Logo aufdrucken zu lassen. Selbst Verkäufer philatelistischer Artikel nutzten diesen Weg.
 

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Das Hauptmerkmal der Werbemarken ist die Einbeziehung künstlerischer Merkmale. Schließlich sind sie verkleinerte Ausgaben der wirklichen, originalgroßen Werbeplakate, der Poster. Die Werbemarken wurden oftmals durch die größten und bekanntesten Künstler ihrer Zeit entworfen unter sorgfältiger Einbeziehung und Berücksichtigung von Illustration, Typographie und Farbe, um ein Maximum an Effektivität zu erreichen. Dieses wurde kritisch, wenn die Werbemarke ihren Zweck erfüllen sollte. Einerseits sollte sie das Auge des Betrachters fesseln und andererseits das Produkt, die Ausstellung oder Idee, für welche sie ja eigentlich gestaltet wurde, auch erreichen. Das Ergebnis war dann oftmals die unübliche Verwendung von Farben, oder Karrikaturen, oder Humor, oder Eleganz,- etwas, um das Bild „denkwürdig“ zu machen.
Solche künstlerisch hervorragende Leistungen stellten die Werbemarken an die Seite von Siegelmarken, Stempelmarken oder Spendenmarken
.
 

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Werbemarken haben eine lange und interessante Geschichte. Diese begann während des späten 19. Jahrhunderts, obwohl bereits einige wenige frühere Ausgaben festgestellt wurden. In diesen frühen Jahren wurden besonders in Europa und den USA die Werbemarken in erster Linie zur Ankündigung von Ausstellungen verwandt. Die „Bibel“ für die ersten Ausgaben ist der 1914 herausgegebene „Cazin and Rochas Timbres Commemoratifs“-Katalog. Die erste verzeichnete Ausgabe in diesem Werk datiert von 1845.
Das „Goldene Zeitalter“ war von 1900 bis 1914. Das Ergebnis der Weltausstellung in Paris war beispielsweise eine unerschöpfliche Flut von Werbemarken. Alleine in Deutschland wurden nach Schätzungen bis 1913 mehr als 50.000 verschiedene Ausgaben gedruckt. Der 1. Weltkrieg beendete diese Ära. Und obwohl Werbemarken bis heute hergestellt werden, hat ihre Wichtigkeit abgenommen, da andere Werbemöglichkeiten hinzugekommen und ihren Platz in der Medienlandschaft eingenommen haben
.

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Aber gerade heute ist es interessant zu wissen, dass die Bedeutung und Popularität der Werbemarke wieder enorm zunimmt und besondere Exemplare von vielen Sammlern gesucht werden.